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Chronik des Löschzuges Lotte
Bis 1932 lag das Feuerlöschwesen in Lotte sehr im argen.
Es gab eine Pflichtfeuerwehr, deren Mitglieder jährlich durch
das Amt zur Dienstleistung im Brandfalle verpflichtet wurden.
Die Bürgerwehr bestand seinerzeit aus Bürgern und Handwerkern
aus alle Berufsschichten. Den Vorsitz hatte der damalige Amtmann
Dr Caldemeyer. Einmal jährlich fand eine amtlich angesetzte
Spritzprobe unter dem Brandmeister Karl Kampmeer (Schmiedemeister)
statt, und damit war dem Dienst für ein Jahr genüge
getan. Die Ausrüstung bestand aus einer handgezogenen Spritze,
in die mittels Ledereimern das Wasser eingefüllt werden musste,
drei Schläuchen, 10 Meter lang, ein Stahlrohr, sechs Ledereimer
und zwei Einreißhaken. Die Spritze wurde im Jahre 1930 so
eingerichtet, dass dieselbe mit Pferden gezogen werden konnte.
Die Ausrüstungswirte zogen dann die Spritze mit ihren Pferdegespannen
zur Brandstätte. Der Landwirt, der die Spritze zur Brandstätte
brachte, bekam vom Lotter Bürgermeisteramt 10,00 DM. Besonders
häufig bekam diese Prämie der Bauer Wulff an der B65.
Die Übungshäufigkeit sowie die Ausrüstung der Bürgerwehr
trugen nicht dazu bei, dass wenn es einmal wirklich brannte, eine
schlagkräftige Hilfe erwartet werden konnte.
Da im Jahre 1931 und 1932 die Anzahl der Brände erheblich
zunahm und die entsprechende Brandbekämpfung schwieriger
wurde, taten sich einige Bürger zusammen, um eine Feuerwehr
auf freiwilliger Basis zu gründen. Auf besondere Initiative
von Dr. Caldemeer, W. Beckemeyer, L. Riepe, Karl Kampmeyer, W.
Stolte und H. Munsberg wurde mit weitern 20 Bürgern die „
Freiwillige Feuerwehr“ Lotte am 25.8.1932 gegründet.
Es wurde nun alle 4 Wochen regelmäßig geübt. Da
jedoch die Handspritze nicht mehr ausreicht, wurde eine Saug-
und Druckspritze aus Ibbenbüren-Dörenthe besorgt. Um
es mit den Worten des damaligen Brandmeisters W. Budenberg zu
sagen, war es für die junge Wehr eine erhebliche Steigerung
ihrer Einsatzfähigkeit, dass das Wasser der Spritze nicht
mehr mit Eimern zugeführt werden musste. Im Jahre 1934 stand
dann die Spritze von Georgsmarienhütte zum Preise von 400,00
DM zum Verkauf. Da die Gemeinde Lotte aber über keine entsprechende
Geldmittel verfügte, wurde mit Genehmigung des Amtsvorstehers
das erforderliche Geld von Karl Kampmeyer und Ludwig Riepe in
der Gemeinde gesammelt. Die Spritze war für damalige Verhältnisse
modern mit einem Kupferkessel und einer Alarmglocke ausgerüstet.
Die Bevölkerung von Lotte nahm an dem Kauf so großen
Anteil, dass eigens zu diesem Anlass eine eigene Feuerwehrkapelle
gegründet wurde.
Kurz vor dem Kriege konnte dann eine neue Motorspritze angeschafft
werden. Diese wurde mit privaten Pkw´s (W. Juneke und G.
Wesselmann) zum Einsatz gebracht. Diese Geräte wurden während
der Kriegs- und Nachkriegszeit eingesetzt. Auch wurde während
des Bombenkrieges in Osnabrück Löschhilfe geleistet.
Die Löschhilfe wurde von der Freiwilligen Feuerwehr sowie
von der neugegründeten HJ-Feuerwehr wahrgenommen. Der Brandschutz
in der Gemeinde Lotte lag während dieser Zeit in der Hauptsache
in den Händen der Jungmädchen-Feuerwehr. Einen ihrer
größten Einsätze hatte diese Wehr beim Brand des
Hofes Mittelberg.
Die Feuerwehr war zu diesem Zeitpunkt, da das alte Spritzenhaus
an der B65 nicht mehr ausreichte, behelfsmäßig in der
Schule untergebracht.
Es ist ein besonderer Verdienst des seinerzeitigen Brandmeisters
Wilhelm Beckemeyer, dass die Freiwillige Feuerwehr bereits wenige
Tage nach dem Einmarsch der Alliierten am 15. April 1945 ihren
Feuerwehrschuppen mit entsprechenden Geräten wieder einräumen
und ihren Dienstbetrieb aufnehmen konnte.
Die Unterbringung der Feuerwehrgeräte lag sowohl der Wehr
als auch der Gemeinde und der Amtsverwaltung sehr am Herzen. Bürgermeister
Goldlücke und Karl Kampmeyer, der damals die Amtsverwaltung
leitete, setzten alles daran, ein neues Gerätehaus zu erstellen.
Als die Finanzierung sichergestellt war, konnte endlich mit dem
Bau eines neuen Gerätehauses unter tatkräftiger Mitwirkung
der Wehr begonnen werden. 1954 konnte dieses hochmoderne großzügige
Gerätehaus der Wehr mit deren Wehrführer L. Riepe übergeben
werden. Die Aufwärtsentwicklung der Feuerwehr in Lotte ging
nun ständig weiter. Es konnte nun auch im Jahre 1956 für
die inzwischen unbrauchbar gewordene Motorspritze ein neue LF
8 angeschafft werden.
Durch die Ansiedlung von größeren Industriebetrieben
in den Jahren 1965 und 1966 stellte sich heraus, dass die technische
Ausröstung der Feuerwehr nicht mehr ausreichte. Es wurde
dann mit Unterstützung der Gemeinde im Jahre 1967 ein neues
TLF 16 angeschafft. Auch trugen Spenden der neuangesiedelten Firmen
dazu bei, dass der Stand der technischen Geräte sich erheblich
verbesserte.
Dabei stellte sich bald heraus, dass das Gerätehaus den Bedürfnissen
einer modernen Feuerwehr nicht mehr Rechnung trug. So konnte nach
erregten Debatten am 2. September 1972 der Grundstein für
unser jetziges Gerätehaus gelegt werden. Dank des besonderen
Einsatz des damaligen Amtsdirektor Termath und Bürgermeister
Steinschulte konnte das neue beispielhafte Feuerwehrgerätehaus
von dem seinerzeitigen Kreisbrandmeister Grundmann am 3- August
1973 an den Wehrführer R. Sparenberg übergeben werden.
In den folgenden Jahren bis zur Gebietsform wurde unsere Wehr
von der politischen Gemeinde und der Amtsverwaltung tatkräftig
unterstützt. Es entstand somit eine Feuerwehr, die mit den
modernsten Fahrzeugen und Geräten ausgerüstet wurde.
Chronik des Löschzuges Wersen
Die Freiwillige Feuerwehr Wersen wurde offiziell 1932 gegründet.
Bereits seit 1924 bestand in Wersen eine Pflichtfeuerwehr, die
bei Bränden oder anderen Gelegenheiten helfend eingriff.
Im Herbst 1931 wurde in verschiedenen Zeitungsmeldungen des damaligen
Tecklenburger Kreisblattes die Feuerwehr Wersen namentlich genannt.
Als erster Wehrführer war der Bauer Heinrich Havermeyer tätig.
Die Freiwillige Feuerwehr Wersen verfügte, wie sich aus einem
Ausrüstungsnachweis aus dem Jahre 1933 ergibt, über
24 Mitglieder.
An Geräten verfügte die Freiwillige Feuerwehr in den
Gründungsjahren über eine Pferdezug mit einer Handsaug-Druckspritze.
Diese Spritze wurde nachweislich im ersten Weltkrieg in Belgien
erbeutet. Ferner waren 15 m gummierter und 250 m ungummierter
C-Schlauch vorhanden. Weiteres Gerät stand nicht zur Verfügung.
Soweit erforderlich rüstete man sich mit eigenem Gerät,
z.B. Schaufeln, Äxten etc. aus.
Eine Gründungsurkunde ließ sich trotz intensiven Bemühens
nicht ausfindig machen. Die Feststellung des Gründungsjahres
wird jedoch sehr durch eine Zeitungsmeldung aus dem Jahre 1933
erleichtert, in der es heißt, dass die Freiwillige Feuerwehr
Wersen ihr 1. Stiftungsfest im Saale Mutert (später Busch)
gefeiert habe.
Leider befinden sich in den Unterlagen des ersten Wehrführers
keine Aufzeichnungen über Einsätze oder sonstige Tätigkeiten.
Lediglich einige Fotografien des Brandes auf dem Hof Huntmann
aus dem Jahre 1935 sind erhalten. Auf dem Gruppenbild sind die
ehemaligen Mitglieder: Otto Spellmeyer
und Erich Krämer erkennbar.
Als 1939 der zweiten Weltkrieg ausbrach, wurde ein Großteil
der Mitglieder der Feuerwehr eingezogen. Das hatte zwangsläufig
zur Folge, dass die Feuerwehr nicht mehr in vollem Umfange einsatzfähig
war.
Als Ersatz für die Eingezogenen wurden die Frauen der Gemeinde
zwangsweise zum Dienst in der Feuerwehr herangezogen. Leider besteehn
auch hierüber keine Aufzeichnungen, so dass auf eine namentliche
Nennung der beteiligten Frauen verzichtet werden soll, um nicht
Gefahr zu laufen, unvollständige Angaben zu machen.
Im Jahre 1941 legte der Wehrführer und Mitbegründer
Heinrich Havermeyer sein Amt nieder; an seine Stelle trat Schneidermeister
Friedrich Hollmann, der diese Amt bis 1960 hatte.
Nach Beendigung des Krieges wurde der normale Dienstbetrieb in
der Feuerwehr wieder aufgenommen.
Die enorme Expansion unserer Gemeinde in den letzte 25 –
30 Jahren zog naturgemäß auch eine Umstrukturierung
der Feuerwehr nach sich.
Durch Anschaffen modernsten Gerätes und durch gezielte Ausbildung
der Führungskräfte und der Mannschaften konnte die Freiwillige
Feuerwehr mit ihrer heutigen Leistungskraft geschaffen werden.
Wer seine Vergangenheit vernachlässigt, hat keine Zukunft!
Dank und Anerkennung sprechen wir jenen Kameraden aus, die in
der Alters- und Ehrenabteilung unserer Wehr Anteil nehmen an unserer
manigfachen Aufgaben und deren unermüdlicher Einsatz und
Erfahrung Grundstein unserer heutigen Leistungsfähigkeit
sind.
Im Rahmen der Gebietsreform im Jahre 1975 verlor die Gemeinde
Wersen offiziell ihren Namen. Die ehemalige Gemeine Wersen mit
den Bauernschaften Halen und Hunterorth sowie Büren bildet
nunmehr mit der Altgemeinde Lotte und den Bauernschaften Osterberg
und Botterbusch die Großgemeinde Lotte.
Wegen der zentralen Lage – Mittelpunkt zuwischen allen Gemeindeteilen
– wurde die Altgemeinde Wersen zum Ortsmittelpunkt der Gemeinde
Lotte ausersehen.
Mit diesem Zeitpunkt wurden die Löschzüge Lotte und
Wersen zusammengeschlossen zur Freiwilligen Feuerwehr Lotte.
Der zwischenzeitlich verstorbene Kamerad Rudolf Keidel, Wersen,
wurde zum ersten kommissarischen Wehrführer ernannt; sein
Stellvertreter war der Brandmeister und heutige Löschzugführer
Reinold Sparenberg, Lotte.
Trotz unserer vielfachen Aufgaben in der Gemeinde haben wir in
unserer Wehr immer wieder Zeit gefunden, uns auch anderen Dingen
zuzuwenden. Die Stunden des geselligen Beisammenseins sind bisher
nicht zu kurz gekommen.
Wir haben einen besonderen Schwerpunkt auf die Betreuung unserer
Kinder gelegt. So wird beispielsweise im Gemeindeteil Alt-Lotte
zu Ostern mit den Kindern ein Ostersparziergang gemacht mit anschließendem
Ostereieressen.
Im Gemeindeteil Wersen werden die Kinder zur Weihnachtszeit vom
Nikolaus besucht.
Diese Veranstaltungen werden nicht nur von den Kindern sondern
auch von den Eltern sehr begrüßt.
Um auch die Ehefrauen, Verlobten und Bräuten der Feuerwehrkameraden
für die vielen Stunden des Alleinseins zu entschädigen,
veranstalten wir jährlich einen Ausflug und feiern eine gemeinsamen
gemütlichen Abend. Darüber hinaus hat der stellvertretende
Wehführer Hermann Budenberg einen gemütlichen Nachmittag
mit Kaffee und Kuchen für die Damen der Feuerwehr unter seiner
Regie eingerichtet.
Die erstmalige Veranstaltung im Herbst 1981 war ein voller Erfolg.
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